Sachsen-Finanzgruppe setzt dynamische Entwicklung fort
Vorläufige Zahlen 2005 bestätigen das Geschäftsmodell:
- Sachsen-Finanzgruppe setzt dynamische Entwicklung fort
- Vorläufige Zahlen 2005 bestätigen das Geschäftsmodell:
- Ergebnis nach Risikovorsorge steigt um 20 Prozent
- Zielvorgaben deutlich übertroffen
- Beteiligungserträge erneut gestiegen
- Umsetzungserfolge bei Risiko, Kooperation und Integration
Die Sachsen-Finanzgruppe (SFG), Verbund aus acht sächsischen Sparkassen und der Sachsen LB, hat die großen Herausforderungen des letzten Jahres bestanden und die dynamische Entwicklung fortgesetzt. Das Ergebnis nach Risikovorsorge stieg um 20 % auf 124 Mio. € (vorläufige Werte nach HGB-Rechnungslegung). Die Beteiligungserträge legten auf 41 Mio. €. zu. Großen Anteil daran haben die SFG-Sparkassen. Mit einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 13,4 % und einer Cost-Income-Ratio von 61,9 % liegen sie deutlich besser als der Durchschnitt aller deutschen Sparkassen.
Damit konnte die SFG ihre wirtschaftliche Stabilität untermauern und die Wettbewerbsfähigkeit weiter voranbringen. Vorstandsvorsitzender Joachim Hoof sagte: „2005 war eine enorme Kraftanstrengung, die sich jetzt auszahlt. Unser Erfolg basiert nicht zuletzt auf der starken Verankerung in unserer Region. Wir haben wichtige Reformziele erreicht, die Sachsen LB auf ihrem Weg begleitet und den Verbund mit den Sparkassen ausgebaut. Die Kooperation mit der WestLB wird uns weitere Perspektiven eröffnen.“
Beteiligungserträge erneut gestiegen
Die ordentlichen Beteiligungserträge der SFG-Holding – sie entsprechen den Abführungen der Verbundinstitute an die SFG – sind erneut gestiegen. Sie wuchsen um 2,2 Mio. € auf 41,0 Mio. €. Die ordentlichen Ausschüttungen an die Eigentümer liegen mit 34,3 Mio. € fast auf dem Niveau des Vorjahres von 35,8 Mio. €. Ein zusätzlicher Betrag von 2,9 Mio. €, der sich aus Zielunterschreitungen ergibt, geht in die Rücklagen der SFG.
Verbundsparkassen haben Ziele deutlich übertroffen
Die Sparkassen der SFG haben bei der Cost-Income-Ratio, dem Verhältnis von Aufwand zu Ertrag, und der Eigenkapitalrendite vor Steuern im vergangenen Geschäftsjahr sehr gute Ergebnisse erreicht. Bei der Cost-Income-Ratio mussten sie nur noch 61,9 Cent (Vorjahr: 63,5 Cent) aufwenden, um einen Euro Ertrag zu erzielen. Sie lagen damit deutlich besser als die Zielvorgabe von 64 Cent für 2005. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern liegt mit sehr guten 13,4 % (Vorjahr: 10,2 %) ebenfalls klar über der Vorgabe von 11,5 %.
Die Sachsen LB hat im Geschäftsjahr 2005 eine sehr gute Cost-Income-Ratio von 39,6 % erreicht. Sie ist damit erneut klar unter der Zielvorgabe von 45 % geblieben. Eine vorsichtige Risikopolitik ist Grund dafür, dass die Eigenkapitalrendite vor Steuern auf 4,0 % (Vorjahr: 10,4 %) zurückgegangen ist. Im Rahmen ihrer Neuausrichtung hat die Bank das gute operative Ergebnis genutzt, um die Risikovorsorge weiter zu stärken. Der neue Vorstand hat sehr viel strengere Risikomaßstäbe angelegt, um künftige Abschlüsse nicht mehr mit Altrisiken belasten zu müssen.
Für das laufende Geschäftsjahr liegen die Zielvorgaben der SFG bei einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 13,3 % und einer Cost-Income-Ratio von 62 % für die Sparkassen beziehungsweise 45 % für die Sachsen LB.
Ergebnis nach Risikovorsorge um 20 Prozent gestiegen
Der Zinsüberschuss ist die bedeutendste Ertragsquelle des Konzerns. Er konnte um 19 Mio. € auf 831 Mio. € gesteigert werden. Der Provisionsüberschuss verbesserte sich um 7 Mio. € auf 237 Mio. €.
Die Verwaltungsaufwendungen stiegen leicht um 21 Mio. € auf 615 Mio. €. Darin enthalten sind ein Personalaufwand von 340 Mio. € sowie andere Verwaltungsaufwendungen von 275 Mio. €.
Damit konnte die SFG ein um 22 Mio. € auf 398 Mio. € verbessertes Ergebnis vor Risikovorsorge erzielen.
Überaus erfreulich hat sich die Risikovorsorge entwickelt. Sie blieb mit 274 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres von 273 Mio. €.
Trotz einer kräftigen Stärkung der Vorsorgereserven durch die Verbundinstitute von 70 Mio. € weist der SFG-Konzern ein um 21 Mio. € auf 124 Mio. € gestiegenes Ergebnis nach Risikovorsorge aus. Bei einer Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken von 15 Mio. € ergibt sich ein um 6 Mio. € auf 109 Mio. € gestiegenes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit.
Beim Jahresüberschuss ist die Bildung der Vorsorgereserven zu berücksichtigen. Dadurch erhöhten sich die Steuern um 22 Mio. € auf 76 Mio. €. Danach ergibt sich ein um 11 Mio. € niedrigerer Jahresüberschuss von 33 Mio. €.
Die Kernkapitalquote der SFG-Gruppe liegt nach der Kapitalerhöhung bei der Sachsen LB bei sehr guten 8,9% nach 7,8 % im Vorjahr.
Die Konzern-Bilanzsumme erhöhte sich um 10,3 Mrd. € auf 97,2 Mrd. €. Davon entfallen rund 30 Mrd. € auf die acht Sparkassen der SFG. Der Anstieg resultiert aus dem Bilanzwachstum der Sachsen LB sowie aus dem Beitritt der Sparkasse Delitzsch. Die Zahl der Beschäftigten lag im Jahresschnitt bei 7.422 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr: 7.703). Darüber hinaus waren durchschnittlich 537 Auszubildende (Vorjahr: 527) in den Verbundinstituten tätig.
Wichtige Reformprojekte vorangetrieben
Die Gruppe hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres Reformprojekte in den Schwerpunktfeldern Risiko, Integration und Kooperation weiter vorangetrieben.
Im laufenden Geschäftsjahr wird die Gruppe ein Risikomanagementsystem mit einheitlichen Standards für die Risikotragfähigkeit einführen, um die Risikoposition der SFG und der Einzelinstitute weiter zu optimieren. Im Rahmen dieser integrierten Risikosteuerung werden die Zielvorgaben der SFG um eine Risikokennziffer „R“ erweitert. Die Einhaltung der Risikotragfähigkeit wirkt sich damit direkt auf die Ausschüttungen aus. „R“ wird bis zum Jahresende in das Ausschüttungsmodell integriert, so dass die Institute ihre Risikopolitik ab 2007 darauf ausrichten können.
Im Zahlungsverkehr hat die Gruppe ihre Aktivitäten in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den rheinischen Sparkassen zusammengefasst. Die „SFG Zahlungsverkehr GmbH & Co. KG“ hält eine 50%ige Beteiligung an der DSGF (Deutsche Servicegesellschaft für Finanzdienstleister) mit Produktionsstandorten in Köln und Dresden. Die DSGF ist mit einem Belegvolumen von über 100 Millionen Stück p. a. das größte Zahlungsverkehrszentrum in der Sparkassen-Finanzgruppe.
Für die Bündelung der Kreditbearbeitung beabsichtigen die Sparkassen Leipzig und Dresden, ein gemeinsames Modell für die SFG umzusetzen. Unter dem Dach einer Führungsgesellschaft, die als Franchisegeber einheitliche Kreditprozesse vorgibt, sollen einzelne Produktionsgesellschaften betrieben werden. Damit können zusammen rund 70 % des Kreditbearbeitungsvolumens in der Gruppe abgedeckt werden.
Die SFG wird auch 2006 wieder deutliche Anstrengungen zur Intensivierung des Vertriebs unternehmen. Um die Beratungsqualität weiter zu verbessern wird das vom OSV mitentwickelte Sparkassen-Finanzkonzept umgesetzt. Im Produktbereich werden flächendeckend „Leuchtturmprodukte“ wie der „S-Privatkredit“ für 4,99 % vertrieben. Ab Mai werden die Verbundsparkassen mit einem attraktiven Produkt für die Baufinanzierung auf den Markt kommen. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit der Sparkassenversicherung Sachsen intensiviert. Ziel ist es, den Vertrieb von Versicherungsprodukten in den mehr als 400 Filialen der SFG-Sparkassen deutlich auszuweiten.
Reformkurs wird 2006 fortgesetzt
Die SFG und ihre Verbundinstitute haben das gemeinsame Geschäftsmodell weiter geschärft und arbeiten an einer nachhaltigen Festigung der guten Marktposition. Dazu gehören unter anderem die intensivere Beratung und Begleitung von mittelständischen Kunden, die zunehmend grenzüberschreitend tätig sind sowie der Ausbau entsprechender Produktangebote im Vermögensmanagement.
Joachim Hoof: „2006 wird die intensive Zusammenarbeit zwischen Sparkassen und Sachsen LB Früchte tragen. Wir werden unseren Kunden mit attraktiven Angeboten zur Seite stehen. Die positive Entwicklung der SFG zeigt, dass auch aus Sachsen Signale für die deutsche Sparkassenlandschaft ausgehen. Im Interesse unserer Kunden und Eigentümer wollen wir den eingeleiteten Reformkurs auch in den nächsten Jahren aktiv fortsetzen.“
Vorläufige Zahlen für 2005:
| Konzernkennzahlen nach HGB in Mio. € | vorläufig1 2005 | 2004 |
| Zinsüberschuss2 | 831 | 812 |
| Provisionsüberschuss | 237 | 230 |
| Nettoertrag aus Finanzgeschäften | 16 | 19 |
| Verwaltungsaufwand | -615 | -594 |
| Saldo sonstige Erträge/Aufwendungen3 | -71 | -91 |
| Ergebnis vor Risikovorsorge | 398 | 376 |
| Risikovorsorge | -274 | -273 |
| Ergebnis nach Risikovorsorge | 124 | 103 |
| Zuführung Fonds für allg. Bankrisiken | -15 | 0 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 109 | 103 |
| Außerordentliches Ergebnis | 0 | -5 |
| Steuern | -76 | -54 |
| Jahresüberschuss | 33 | 44 |
| Weitere Kennzahlen | vorläufig1 2005 | 2004 |
| Bilanzsumme in Mrd. € | 97,2 | 86,9 |
| Kernkapitalquote in % | 8,9 | 7,8 |
| Beteiligungserträge in Mio. € | 41,0 | 38,8 |
| Ausschüttungen an Anteilseigner4 in Mio. € | 34,3 | 35,8 |
| Cost-Income-Ratio Sparkassen in % | 61,9 | 63,5 |
| Cost-Income-Ratio Sachsen LB in % | 39,6 | 34,1 |
| Eigenkapitalrendite v. St. Sparkassen in % | 13,4 | 10,2 |
| Eigenkapitalrendite v. St. Sachsen LB in % | 4,0 | 10,4 |
| Mitarbeiter (im Jahresschnitt) | 7.959 | 8.230 |
1 Vorbehaltlich der Abschlussprüfung
2 Inklusive Erträgen aus Wertpapieren, Beteiligungen und
Gewinngemeinschaften
3 Inklusive Versicherungsgeschäft
4 Inklusive Versicherungsgeschäft 2004: ohne Sonderdurchleitungen in Höhe
von 11,2 Mio. €