Sachsen-Finanzgruppe mit Rekordjahr
- Ergebnis vor Steuern steigt um 74 Prozent auf 190 Millionen Euro
- Ziele für Rendite und Aufwand erneut übertroffen
- Substanz der Institute weiter gestärkt
- 34 Millionen Euro Ausschüttungen an die Anteilseigner
Die Sachsen-Finanzgruppe (SFG) hat ihren Erfolgskurs auch im Geschäftsjahr 2006 fortgesetzt. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 80 Millionen Euro oder 74 Prozent auf rund 190 Millionen Euro. Die Gruppe aus acht sächsischen Sparkassen und der Sachsen LB erzielte damit das beste Vorsteuerergebnis seit der Gründung im Jahr 2003. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern der SFG-Sparkassen erhöhte sich 2006 auf 14,8 Prozent. Sie lag damit deutlich über der Zielrendite von 13,3 Prozent. Von der guten wirtschaftlichen Entwicklung profitieren die Anteilseigner der SFG durch eine konstante Ausschüttung von rund 34 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde die Substanz der Verbundinstitute weiter gestärkt. Die Kernkapitalquote der Gruppe erhöhte sich auf 9,2 Prozent. Die Vorsorgereserven der Verbundinstitute wurden um 80 Millionen Euro aufgestockt.
„Die SFG hat sich nicht nur als wichtigste Bank in der Region etabliert, sie ist auch auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Jetzt zahlt sich aus, dass wir 2003 einen eigenen sächsischen Kurs eingeschlagen und umfassende Reformen eingeleitet haben“, sagte Vorstandsvorsitzender Joachim Hoof. „Wir haben allen Grund, optimistisch in die zweite Jahreshälfte zu starten. Die Auftragsbücher unserer Kunden sind wieder gut gefüllt. Sachsen profitiert heute von seiner nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzpolitik und sicher auch von einer leistungsstarken, auf die Kunden ausgerichteten SFG. Die SFG hat dabei eine wichtige Katalysatorfunktion für die sächsische Wirtschaft“, ergänzte Hoof.
Ergebnis vor Steuern um 74 Prozent gestiegen
Der Zinsüberschuss ist die bedeutendste Ertragsquelle des Konzerns. Er konnte trotz der gesunkenen Zinsmarge leicht um 1,4 Prozent auf 842,3 Millionen Euro gesteigert werden. Der Provisionsüberschuss verbesserte sich um 8,3 Prozent auf 257,1 Millionen Euro.
Ebenfalls positiv war die Entwicklung bei den Verwaltungsaufwendungen. Sie konnten um 2,4 Prozent oder 14,7 Millionen Euro auf 600,6 Millionen Euro zurückgeführt werden. Der darin enthaltene Personalaufwand sank um 25,4 Millionen Euro auf 314,9 Millionen Euro. Dem stehen andere Verwaltungsaufwendungen gegenüber, die um 10,7 Millionen Euro auf 285,7 Millionen Euro gestiegen sind.
Mit 456,8 Millionen Euro erzielte die SFG ein um 14,7 Prozent verbessertes Ergebnis vor Risikovorsorge.
Erfreulich entwickelte sich die Position Risikovorsorge. Sie sank um 5,8 Prozent auf 258,4 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten Vorsorgereserven von über 80 Millionen Euro gebildet werden, die in dieser Position enthalten sind.
Damit weist der SFG-Konzern ein um ca. 60 Prozent auf 198,4 Millionen Euro gestiegenes Ergebnis nach Risikovorsorge aus. Bei einer Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken von 9,0 Millionen Euro ergibt sich ein um 74 Prozent oder 80 Millionen Euro auf rund 190 Millionen Euro gestiegenes Ergebnis vor Steuern.
Die Steuern erhöhten sich um 14,4 Prozent auf 87,3 Millionen Euro. Darüber hinaus wurde ein außerordentliches Ergebnis in Höhe von minus 15,6 Millionen Euro wirksam. Dabei handelt es sich um die Zahlung eines Vergleichbetrages im Zusammenhang mit der Sachsen-LB-Tochter MDL. Insgesamt ergibt sich ein Jahresüberschuss von 86,5 Millionen Euro nach 32,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Die Konzern-Bilanzsumme sank um 2,9 Milliarden Euro auf 94,3 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 30 Milliarden Euro auf die acht Sparkassen der SFG. Der Rückgang ist auf die Liquiditätsbevorratung in der Gruppe und die damit zusammenhängenden Konsolidierungseffekte zurückzuführen. Die Zahl der Beschäftigten lag im Jahresschnitt bei 7.067 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr: 7.423). Die Ausbildungsquote wurde weiter erhöht. Durchschnittlich waren 564 Auszubildende (Vorjahr: 537) in den Verbundinstituten tätig.
Substanz der Verbundinstitute weiter gestärkt
Die Substanz der Verbundinstitute konnte weiter gestärkt werden. Die Ausschüttungspolitik der Anteilseigner ließ auch 2006 Raum für die Bildung weiterer Vorsorgereserven in den Verbundinstituten. Die Vorsorgereserven wurden um 80 Millionen Euro aufgestockt. Sie liegen damit insgesamt bei 563 Millionen Euro.
Die Kernkapitalquote der SFG-Gruppe stieg auf 9,2 Prozent. Die Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau von Risikoaktiva. Einem Kernkapital von 2,6 Milliarden Euro stehen Risikoaktiva von 28 Milliarden Euro gegenüber.
Ziele für Rendite und Aufwand übertroffen
Die Sparkassen der SFG haben bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern und der Cost-Income-Ratio, dem Verhältnis von Aufwand zu Ertrag, erneut sehr gute Ergebnisse erreicht. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern liegt mit sehr guten 14,8 Prozent (Vorjahr: 13,4 Prozent) klar über der Zielvorgabe von 13,3 Prozent für das Jahr 2006.
Bei der Cost-Income-Ratio mussten die SFG-Sparkassen 61,3 Cent (Vorjahr: 61,9 Cent) aufwenden, um einen Euro Ertrag zu erzielen. Sie lagen damit ebenfalls besser als die Zielvorgabe von 62 Cent für 2006.
Die Sachsen LB erreichte eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 7,1 Prozent (Vorjahr: 4 Prozent). Einem besseren Ergebnis wirken noch die außerordentlichen Aufwendungen für die Zahlung eines Vergleichsbetrages für die Sachsen-LB-Tochter MDL entgegen. Darum bereinigt, würde sich eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von knapp 10 Prozent ergeben.
Ihre sehr gute Cost-Income-Ratio konnte die Sachsen LB erneut verbessern. Mit 35,5 Prozent (Vorjahr: 39,6 Prozent) blieb sie deutlich unter der Vorgabe von 45 Prozent.
Konstante Ausschüttung an die Anteilseigner
Die Ausschüttungen an die Eigentümer bleiben mit 33,8 Millionen Euro auf der Höhe des Vorjahres. Ein zusätzlicher Betrag von 2,7 Millionen Euro, der sich aus Zielunterschreitungen ergibt, geht in die Rücklagen der SFG.
Gute Marktposition gefestigt
Die SFG hat 2006 erhebliche Vertriebsanstrengungen unternommen, um die Position als führender Finanzdienstleister Sachsens zu festigen. Die Kreditneuzusagen der SFG-Sparkassen beliefen sich 2006 auf rund 1,4 Milliarden Euro, von denen ein Drittel auf die Privatkunden entfiel.
Bei der privaten Baufinanzierung erhöhte sich das Neugeschäft auf 415 Millionen Euro (Vorjahr: 400 Millionen Euro). Das Konsumentenkreditgeschäft wuchs auf 124 Millionen Euro (Vorjahr: 102 Millionen Euro).
Die Marktanteile konnten auf einem hohen Niveau stabilisiert werden. Im Privatkundengeschäft liegt der durchschnittliche Marktanteil der SFG-Sparkassen unverändert bei 66 Prozent, im Firmenkundengeschäft bei 50 Prozent. In über 400 Filialen werden insgesamt 2,5 Millionen Kunden betreut, von denen 1,7 Millionen ihre Hauptbankverbindung bei einer Sparkasse der SFG haben.
Optimistisch für 2007
Für die Geschäftsentwicklung 2007 zeigte sich Vorstandschef Hoof optimistisch: „Wir haben eine solide und nachhaltige Basis für künftiges Ertragswachstum geschaffen. Diesen Aufwärtstrend wollen wir durch eine weitere Bündelung der Kräfte und die konsequente Kundenorientierung weiter verstetigen. Wir arbeiten mit Nachdruck daran, die Eigenkapitalrendite vor Steuern für 2007 planmäßig auf 15 Prozent zu steigern. Ich bin optimistisch, dass uns dies auch angesichts der großen Marktherausforderungen gelingen wird.“
In diesem Zusammenhang wird die Steuerung der Gruppe weiter verfeinert. Die Zielvorgaben wurden um eine Risikokennzahl „R“ erweitert, die künftig eine umfassende Transparenz über die Risikotragfähigkeit der Einzelinstitute und der Gruppe ermöglicht.
Im Rahmen der weiteren Bündelung von Marktfolgetätigkeiten hat die Kreditfabrik ihre Arbeit unter einheitlicher Leitung an den Standorten Pirna und Leipzig aufgenommen.
Vertriebsimpulse erwartet die SFG unter anderem vom Start neuer Anlageprodukte. Anfang Juni erfolgt der Vertrieb eines neuen Garantiefonds, der von den SFG-Sparkassen mit der Sachsen LB und der DekaBank entwickelt wurde. Darüber hinaus werden alle SFG-Sparkassen im laufenden Jahr ihren besonderen Ansatz in der Kundenberatung, das S-Finanzkonzept, zertifizieren lassen.
Vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden Marktbedingungen forderte Hoof dazu auf, gedanklich neue Wege zu gehen: „Die Hausaufgaben sind gemacht. Aber schärferer Wettbewerb, gesättigte Märkte und die besondere demografische Situation Ostdeutschlands sind nun einmal Realität. Bei der Suche nach Lösungen sollten wir den Mut haben, Denkbarrieren zu überwinden und eingetretene Pfade zu verlassen. Das gilt auch für die Frage, wie wir neue Kundenpotenziale erschließen können. Die gemeinsame Osteuropa-Initiative mit der Sachsen LB und der WestLB bietet dafür eine hervorragende Perspektive. Nicht zuletzt machen wir uns sehr konkrete Gedanken, wie wir die günstige Lage Sachsens in der Mitte Europas für uns und unsere Kunden noch intensiver nutzen können. Auch daraus werden neue Perspektiven entstehen.“
Kennzahlen für 2006
| Konzernkennzahlen nach HGB in Mio. € | 2006 | 2005 |
| Zinsüberschuss Inklusive Erträgen aus Wertpapieren, Beteiligungen und Gewinngemeinschaften | 842,3 | 830,5 |
| Provisionsüberschuss | 257,1 | 237,4 |
| Nettoertrag aus Finanzgeschäften | 12,6 | 18,8 |
| Verwaltungsaufwand | -600,6 | -615,3 |
| Saldo sonstige Erträge/Aufwendungen Inklusive Versicherungsgeschäft | -54,6 | -70,8 |
| Ergebnis vor Risikovorsorge | 456,8 | 398,3 |
| Risikovorsorge | -258,4 | -274,2 |
| Ergebnis nach Risikovorsorge | 198,4 | 124,1 |
| Zuführung Fonds für allg. Bankrisiken | -9,0 | -15 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 189,4 | 109,1 |
| Außerordentliches Ergebnis | -15,6 | 0 |
| Steuern | -87,3 | -76,3 |
| Jahresüberschuss | 86,5 | 32,8 |
| Weitere Kennzahlen | 2006 | 2005 |
| Bilanzsumme in Mrd. € | 94,3 | 97,2 |
| Kernkapitalquote in % | 9,2 | 8,9 |
| Beteiligungserträge in Mio. € | 43,1 | 41,0 |
| Ausschüttungen an Anteilseigner in Mio. € | 33,8 | 34,3 |
| Cost-Income-Ratio Sparkassen in % | 61,3 | 61,9 |
| Cost-Income-Ratio Sachsen LB in % | 35,5 | 39,6 |
| Eigenkapitalrendite v. St. Sparkassen in % | 14,8 | 13,4 |
| Eigenkapitalrendite v. St. Sachsen LB in % | 7,1 | 4,0 |
| Mitarbeiter (im Jahresschnitt) | 7.067 | 7.423 |
| Auszubildende | 564 | 537 |
1) Inklusive Erträgen aus Wertpapieren, Beteiligungen und Gewinngemeinschaften
2) Inklusive Versicherungsgeschäft
Ansprechpartner für Rückfragen:
Frank Weidner, Telefon 0341 2712-550, Telefax 0341 2712-599,
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