Sachsen-Finanzgruppe (SFG) stärkt Substanz der Verbundsparkassen
- Sparkassen operativ zufriedenstellend
- Auswirkungen der Trennung von der Sachsen LB jetzt auch bilanziell abschließend verarbeitet
- Bilanzverlust durch Kapitalschnitt ausgeglichen
Die Sachsen-Finanzgruppe (SFG) hat die Trennung von ihren Anteilen an der Sachsen LB und die damit verbundene Entkonsolidierung bilanziell abgeschlossen. Die Anteilseigner der SFG stellten heute in Dresden den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2007 fest. Der durch die Trennung rechnerisch entstandene Bilanzverlust der SFG-Holding in Höhe von 564 Millionen Euro wurde durch einen Kapitalschnitt, das heißt eine entsprechende Herabsetzung des Stammkapitals, ausgeglichen.
Gleichzeitig berichtete der Vorstand über ein zufriedenstellendes operatives Ergebnis der Verbundsparkassen. Trotz des schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfeldes sowie der Finanzmarktkrise erzielten die SFG-Sparkassen ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 281 Millionen Euro nach 330 Millionen Euro im Rekordjahr 2006. Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierten die Verbundsparkassen von der gestiegenen Geldvermögensbildung. Insgesamt stiegen die Verbund-Kundeneinlagen um 580 Millionen Euro auf 29,13 Milliarden Euro. Dazu zählen unter anderem die Kundeneinlagen, das Depotvolumen sowie das vermittelte Bausparguthaben. Bei allen Positionen wurden Zuwächse verzeichnet. Die Kundeneinlagen der SFG-Sparkassen wuchsen um 229 Millionen Euro auf 22,25 Milliarden Euro. Nachgefragt wurden vor allem Termingelder, deren Bestand um 223 Millionen Euro oder 20,0 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro stieg. Im Zuge der im Jahr 2007 positiven Aktienmarktentwicklung legte das Wertpapiergeschäft weiter zu. Das gesamte Depotvolumen der Verbundsparkassen (Kurswert Depot B plus Rücknahmewert DekaBank-Depots; ohne Inhaber-Schuldverschreibungen der Sparkassen) erreichte 4,51 Milliarden Euro nach 4,33 Milliarden Euro im Vorjahr. Das durch die Sparkassen vermittelte Bausparguthaben bei der LBS Ost erhöhte sich von 1,14 Milliarden Euro auf 1,17 Milliarden Euro.
Ursächlich für den Kapitalschnitt war in erster Linie der Verkauf der 63prozentigen SFG-Beteiligung an der Sachsen LB. Hier ergab sich eine Differenz von 327 Millionen Euro zwischen dem Verkaufspreis (206 Millionen Euro) und dem ursprünglichen Buchwert (533 Millionen Euro). Unabhängig von den Entwicklungen bei der Sachsen LB hat die SFG mit ihrer vorsichtigen Bilanzpolitik darüber hinaus den angesichts der weltweiten Finanzkrise insgesamt gedämpften Perspektiven im Finanzdienstleistungssektor Rechnung getragen. Durch einen Wechsel der Bewertungsmethodik von Substanz- zu Ertragswerten wurden die Verbundsparkassen mit 1,05 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,33 Milliarden Euro) bilanziert. Von den direkten Auswirkungen der Finanzkrise war die SFG nicht betroffen, da sie selber keine entsprechenden risikobehafteten Positionen eingegangen ist. Für die Verbundsparkassen resultieren aus dem Verkauf der Sachsen LB ebenfalls keinerlei Belastungen, da sie durch die SFG-Holding abgeschirmt und nicht an der Landesbank beteiligt waren.
Mit der um die Sachsen LB entkonsolidierten Bilanz startet die SFG nun ohne Belastungen in eine neue Phase. „Wir haben das schwierige Thema Sachsen LB endgültig und konstruktiv verarbeitet und Klarheit geschaffen. Jetzt richtet sich unser Blick nach vorn. Die SFG hat eine solide Basis, um die Zukunft unbelastet und aus eigener Kraft zu gestalten. Auch wenn die Finanzkrise unsere Branche weiter belastet, sehen wir gute bis sehr gute Möglichkeiten für unsere Arbeit in Sachsen und für unsere Kunden", sagte Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der SFG. Gleichzeitig, so Hoof weiter, habe die SFG gezeigt, dass durch den Verbund von SFG und Sparkassen die Institute vor Ort auch in schwierigen Zeiten über eine deutlich bessere Position verfügen als allein. „Auch für unsere Kunden gilt weiterhin und ohne Abstriche: Die Sparkassen sind die führenden Anbieter von Bankdienstleistungen in Sachsen und ein Hort der Stabilität."
Substanz der Verbundsparkassen gestärkt
Mit dem freiwilligen Ausschüttungsverzicht der Anteilseigner für 2007 konnte die Substanz der Verbundsparkassen weiter gestärkt werden. Die Vorsorgereserven wurden um 53 Millionen Euro aufgestockt. Sie liegen damit insgesamt bei 557 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Sicherheitsrücklagen der SFG-Sparkassen auf 876 Millionen Euro.
Marktposition behauptet
Die acht Verbundsparkassen der SFG haben ihre gute Marktposition trotz des anhaltenden Wettbewerbsdrucks, der Finanzkrise und ungeachtet der verarbeiteten Entwicklungen um die Sachsen LB auch 2007 behaupten können. Mit 2,5 Millionen Kunden, darunter 1,7 Millionen Hauptbankkunden und 370.000 Online-Kunden, die in sachsenweit 560 Sparkassen- und SB-Stellen betreut werden, sind die Sparkassen der SFG Marktführer im Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden im Freistaat. Im Privatkundengeschäft liegt der durchschnittliche Marktanteil unverändert bei 66 Prozent, im Firmenkundengeschäft bei 50 Prozent.
Die Bilanzsumme der Verbundsparkassen beträgt 30 Milliarden Euro. Dies entspricht 68 Prozent der Bilanzsumme aller sächsischen Sparkassen und rund 30 Prozent der Bilanzsumme aller Sparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV).
Sachsenweit haben die Kunden 2007 mehr Kredite getilgt als neue aufgenommen. Gegen diesen Trend konnten die Sparkassen der SFG den Kreditbestand um 50 Millionen Euro auf 8,74 Milliarden Euro steigern. Die Höhe der Kredite an Privatpersonen verringerte sich um 17,3 Millionen Euro auf 3,53 Milliarden Euro. Bei den Krediten an Unternehmen und Selbständige lag der Bestand zum Jahresende mit 2,72 Milliarden Euro um 63 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig erhöhte sich der Kreditbestand an öffentliche Haushalte um 90,2 Millionen Euro oder 7,3 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro.
Darüber hinaus schlossen die Kunden der Verbundsparkassen fast 19.000 Lebens- und Rentenversicherungsverträge sowie Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge ab. Der Bestand am Jahresende belief sich auf über 250.000 Verträge.
Bei der Cost-Income-Ratio und bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern wurden die guten Ergebnisse des Vorjahres nicht erreicht. Dennoch liegt der Schnitt der SFG-Sparkassen auf dem Niveau aller deutschen Sparkassen.
Insbesondere die Zinsentwicklung hatte Auswirkungen auf die Cost-Income-Ratio. Die SFG-Sparkassen erreichten 65,1 Prozent (Vorjahr: 61,3 Prozent). Die Eigenkapitalrendite vor Steuern ging zurück auf 7,8 Prozent (Vorjahr: 14,8 Prozent), da mit dem Ausschüttungsverzicht die Stärkung der Vorsorgereserven im Vordergrund stand.
Bewertungseffekte bei der Sachsen LB dominieren Konzernabschluss 2007
Der SFG-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007 wurde letztmals unter Einbeziehung der Sachsen LB aufgestellt. Mit dem Anfang März 2008 erfolgten Verkauf der Sachsen LB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist die Sachsen LB aus dem Konsolidierungskreis der SFG ausgeschieden. Die Ertragslage des SFG-Konzerns im Geschäftsjahr 2007 ist noch durch massive von der Subprime-Krise ausgehende Bewertungseffekte bei der Sachsen LB sowie der Sachsen LB Europe gekennzeichnet.
Der Zinsüberschuss war die bedeutendste Ertragsquelle des Konzerns. Er bewegte sich mit 836 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 842 Millionen Euro). Das Provisionsergebnis lag mit 236 Millionen Euro um 21 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.
Die Personalaufwendungen beliefen sich auf 320 Millionen Euro. Die Steigerung der anderen Verwaltungsaufwendungen um 25 Millionen Euro auf 311 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf Beratungs- und Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Stützung der Sachsen LB zurückzuführen.
Im Saldo der sonstigen Erträge/Aufwendungen von 292 Millionen Euro sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte, darunter auch der Verbundsparkassen enthalten.
Die Risikovorsorge stieg von 258 Millionen Euro auf 1,29 Milliarden Euro. Der starke Anstieg entfällt auf die Sachsen LB und die Sachsen LB Europe. Das Bewertungsergebnis im Kredit- und Beteiligungsgeschäft belief sich auf 475 Millionen Euro. Das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft verschlechterte sich aufgrund der Kapitalmarktentwicklungen von 71 Millionen Euro auf 815 Millionen Euro.
Das außerordentliche Ergebnis von 484 Millionen Euro betrifft die Sachsen LB. Dabei handelt es sich um direkte und indirekte Ertragszuschüsse der LBBW. Bei Steuern von 86 Millionen Euro (Vorjahr: 87 Millionen Euro) ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 787 Millionen Euro nach einem Jahresüberschuss von 87 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Rücklagenveränderungen und auf konzernfremde Gesellschafter entfallendem Verlust wies der SFG-Konzern einen Bilanzverlust von 659 Millionen Euro aus (Vorjahr: Bilanzgewinn 37 Millionen Euro).
Die Konzern-Bilanzsumme sank um 2,7 Milliarden Euro auf 91,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag im Jahresschnitt bei 6.913 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr: 7.067). Die Ausbildungsquote wurde weiter erhöht. Durchschnittlich waren 586 Auszubildende (Vorjahr: 564) in den Verbundinstituten tätig. Die SFG-Holding beschäftigte im Jahresschnitt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 15).
Ausblick
Die künftige Ertragslage der SFG wird mit dem Verkauf der Sachsen LB insbesondere durch die Verbundsparkassen bestimmt. Für das laufende Geschäftsjahr geht die SFG trotz der Auswirkungen aus der Finanzkrise von einer relativ stabilen Geschäftsentwicklung aus. Allerdings erwartet die SFG für die kommenden Jahre eine weitere Verschärfung des Markt- und Wettbewerbsumfeldes für alle sächsischen Sparkassen.
Zu den künftigen Entwicklungen sagte Joachim Hoof: „Nicht nur, aber auch angesichts der gedämpften Perspektiven im Finanzdienstleistungssektor werden wir auch neue Wege gehen. Denn die Eigenoptimierung in unseren Sparkassen stößt zunehmend an ihre Grenzen. Die Hauptaufgabe der kommenden Monate wird es sein, gemeinsam mit unseren Anteilseignern die Weichen für eine betriebswirtschaftliche Weiterentwicklung der SFG zu stellen. Dabei müssen wir den Mut haben, eingetretene Pfade zu verlassen und strukturelle Veränderungen entschlossen anzupacken."
Kennzahlen für 2007 (inklusive Sachsen LB):
|
Konzernkennzahlen nach HGB in Mio. € |
2007 |
2006 |
|
Zinsüberschuss |
836,0 |
842,3 |
|
Provisionsüberschuss |
235,8 |
257,1 |
|
Nettoertrag aus Finanzgeschäften |
-29,6 |
12,6 |
|
Verwaltungsaufwand |
-630,8 |
-600,6 |
|
Saldo sonstige Erträge/Aufwendungen |
-292,4 |
-54,6 |
|
Ergebnis vor Risikovorsorge |
119,0 |
456,8 |
|
Risikovorsorge |
-1.289,1 |
-258,4 |
|
Ergebnis nach Risikovorsorge |
-1.170,1 |
198,4 |
|
Zuführung Fonds für allg. Bankrisiken |
-15,0 |
-9,0 |
|
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit |
-1.185,1 |
189,4 |
|
Außerordentliches Ergebnis |
484,0 |
-15,6 |
|
Steuern |
-86,3 |
-87,3 |
|
Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss |
-787,4 |
86,5 |
|
Vortrag/Veränderungen Rücklagen |
11,4 |
-23,2 |
|
Auf konzernfremde entf. Verlust/Gewinn |
-117,5 |
26,8 |
|
Bilanzverlust/Bilanzgewinn |
-658,5 |
36,5 |
|
|
|
|
|
Weitere Kennzahlen |
2007 |
2006 |
|
Bilanzsumme inklusive Sachsen LB in Mrd. € |
91,6 |
94,3 |
|
Bilanzsumme der SFG-Sparkassen in Mrd. € |
29,8 |
30,3 |
|
Beteiligungserträge der SFG in Mio. €[1] |
0,0 |
43,1 |
|
Ausschüttungen an Anteilseigner in Mio. € |
0,0 |
33,8 |
|
Cost-Income-Ratio der Sparkassen in % |
65,1 |
61,3 |
|
Eigenkapitalrendite v. St. der Sparkassen in % |
7,8 |
14,8 |
|
Mitarbeiter (im Jahresschnitt) |
6.913 |
7.067 |
|
Auszubildende |
586 |
564 |
Ansprechpartner für Rückfragen:
Frank Weidner, Telefon 0341 2712-550, Telefax 0341 2712-599,
E-mail: frank.weidner@sachsen-finanzgruppe.de
Sachsen-Finanzgruppe (SFG): Anteilseignerversammlung erneuert Vorstandsverträge
Sachsen-Finanzgruppe (SFG): Anteilseignerversammlung erneuert Vorstandsverträge
Die Anteilseignerversammlung der Sachsen-Finanzgruppe (SFG) hat in ihrer heutigen Sitzung in Dresden die Bestellung der amtierenden Vorstände Joachim Hoof (Vorsitzender), Dr. Harald Langenfeld und Harald Menzel erneuert. Sie werden durch den einstimmig gefassten Beschluss für weitere fünf Jahre bis zum 31. Oktober 2013 bestellt.
Volker Uhlig, Vorsitzender der Anteilseignerversammlung, erklärte zu den Personalentscheidungen: „Die amtierenden Vorstände haben auch in schwierigen Phasen unter Beweis gestellt, dass sie zu den stärksten Führungspersönlichkeiten im öffentlich-rechtlichen Bereich gehören. Wir freuen uns, dass wir sie längerfristig binden konnten."
Ansprechpartner für Rückfragen:
Frank Weidner, Telefon 0341 2712-550, Telefax 0341 2712-599
E-mail: frank.weidner@sachsen-finanzgruppe.de
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